TRANSPARENZ FÜR MODE
Jedes Produkt hat eine Geschichte.
Jedes Produkt hat eine Geschichte.
Digitale Produktpässe machen Herkunft, Materialien und den nächsten Lebenszyklus eines Kleidungsstücks direkt am Produkt sichtbar.
Nur mit einem kleinen QR-Code!
Beispielpass Asket T-Shirt
Beispielpass H&M T-Shirt
Beispielpass Shein T-Shirt
EIN QR-CODE. EIN VOLLSTÄNDIGER PASS.
Die Verbindung zwischen Kleidungsstück und Verantwortung.
Die Verbindung zwischen Kleidungsstück und Verantwortung.
Nach dem Scan werden die Fakten sichtbar, die sonst entlang der Lieferkette verborgen bleiben: Materialherkunft, Verarbeitung, Pflege und Optionen für Reparatur, Rückgabe oder Weitergabe.
Der wissenschaftliche Hintergrund
Der wissenschaftliche Hintergrund
Der "Umwelt-Score" für Kleidung
Der "Umwelt-Score" für Kleidung
Endverbraucher*innen, die beim Kauf eines Kleidungsstückes schnell und verständlich erfahren möchten, wie, wo und unter welchen ökologischen Bedingungen es hergestellt wurde.
Verbraucher*innen können Nachhaltigkeit eines Kleidungsstückes häufig nicht verlässlich beurteilen. Dies liegt an unübersichtlich verteilt oder schwer vergleichbar fehlenden Informationen über Herkunft, Materialien, Umweltwirkungen und dem Lebenszyklus.
-> Informationsasymmetrie: Hersteller & Lieferanten verfügen über mehr Infos zum Produkt & seiner Lieferkette als kaufende Person
Fehlende oder schwer verständliche oder nicht vergleichbare Produktinfos erschweren bewusste Konsumentscheidungen und machen es für Verbraucher*innen schwierig, nachhaltigere Produkte von bloßen Nachhaltigkeitsversprechen zu unterscheiden.
(https://www.umweltbundesamt.de/themen/produktinformation-40-grundlage-fuer-digitale)
Durch den DPP erhält das physische Kleidungsstück eine digitale Identität bzw. Repräsentation. Lieferketten- & Lebenszyklusdaten werden digital erfasst, strukturiert, miteinander verknüpft und unterschiedlichen Akteuren zugänglich gemacht.
Nach Petrik et. al ist der DPP damit nicht nur ein digitales Etikett, sondern ein digitales Artefakt. Es ermöglicht den Datenaustausch über Unternehmens- und Systemgrenzen hinweg. Der Bezug zur digitalen Transformation liegt folglich in der Veränderung bisher fragmentierter Informationsflüsse, Kooperationsprozesse und Entscheidungsgrundlagen entlang des gesamten Produktlebenszyklus (Petrik et al., 2026, S. 1–2, 5) .
In diesem Prototyp wird die digitale Identität mittels jedem einzelnen Kleidungsstück durch einen individuellen QR-Code zugeordnet. Über diesen kann dann der digitale Produktpass des Jeweiligen aufgerufen werden.
Ein digitaler Produktpass ist ein elektronisches Informationsinstrument, das porduktbezogene Daten aus verschiedenen Stufen der Lieferkette und des gesamten Produktlebenszyklus erfasst, verarbeitet und relevanten Akteuren zugänglich macht. Dazu gehören Unternehmen der Lieferkette, Behörden & Konsument*innen. Durch Infos etwa zu Materialien, Bestandteilen, Emissionen, chemischen Stoffen, Reparierbarkeit, Demonatge und Entsorgung soll der Digitale Produktpass die Rückverfolgbarkeit und Transparenz erhöhen und nachhaltige sowie kreislauforientierte Entscheidungen unterstützen
(Zhang & Seuring, 2024, S. 2513–2514)
Indem solche Infos auch für Verbraucher*innen zugänglich werden, können digitale Produktpässe dazu beitragen, Informationsasymmetrien zwischen Unternehmen und Endverbraucher*innen zu verringern. Die bloße Bereitstellung von Infos beseitigt die Informationsasymmetrie jedoch nicht automatisch. Entscheidend sind Datenqualität, Verständlichkeit/Vergleichbarkeit und unabhängige Überprüfbarkeit.
Die funktionsweise Digitaler Produktpässe lässt sich mit der DIKW Pyramide verknüpfen. Auf der Datenebene werden produkt- und lebenszyklusbezogene Rohdaten, beispielweise zu Materialien, Emissionen oder der Reparierbarkeit erfasst. Durch Strukturierung und Kontexualisieurng im Digitalen Produkpass werden daraus Informationen. Werden diese von Endverbraucher*innen verstanden und bewertet, können sie zu Wissen über die Nachhaltigkeit eines Kleidungsstückes beitragen. Dieses Wissen kann schließlich als Grundlage für Kauf-, Nutzungs-, Reparatur- oder Recylcingentscheidungen dienen. Der DPP unterstützt somit potenziell den Übergang von verfügbaren Daten zu handlungsrelevantem Wissen. Eine nachhaltige Entscheidung wird dadurch jedoch noch nicht automatisch gewährleistet.
Digitale Produktpässe bieten das Potenzial, bislang fragmentierte Produkt-, Lieferketten- und Lebenszyklusdaten digital zu bündeln. Dadurch können die Herkunft, Materialzusammensetzung, Produktionsschritte und Umweltwirkungen eines Kleidungsstückes nachvollziehbarer dargestellt und unterschiedlichen Akteuren zugänglich gemacht werden.
Zhang und Seuring zufolge können Digitale Produktpässe den Datenfluss entlang der Lieferkette verbessern, die Rückverfolgbarkeit erhöhen sowie Infos zu Materialien, Emissionen, Reparierbarkeit, Demontage und Entsorgung bereitstellen. Diese Infos können kreislauforientierte Prozesse unterstützen, indem sie beispielsweise die Reparatur, Wiederverwendung und das Recycling von Produkten erleichtern (Zhang & Seuring, 2024, S. 2513–2514, 2516).
Petrik et al. ergänzen, dass der digitale Produktpass das physische Produkt digital repräsentiert und Produktdaten über Organisations- und Systemgrenzen hinweg verfügbar macht (Petrik et al., 2026, S. 1, 5). In unserem Prototyp wird diese Verbindung durch einen individuellen QR-Code hergestellt, der jedes Kleidungsstück mit seinen produktspezifischen Lebenszyklusdaten verknüpft.
Digitale Produktpässe können nachhaltigere Konsumentscheidungen unterstützen, indem sie Endverbraucher*innen relevante Produkt- und Nachhaltigkeitsinformationen direkt am Point of Sale zugänglich machen. In einer Befragung von 549 Konsument*innen durch Colasante et al. zeigte sich seine hohe Wertschätzung für die durch DPP’s geschaffene Unternehmenstransparenz. Besonders relevant waren Informationen zu Rohstoffen, Zertifizierungen, Energieverbrauch und Emissionen, Entsorgung sowie Produktionsprozessen. Zudem lag die Zahlungsbereitschaft für ein Produkt mit DPP im Durchschnitt bei 17 % über derjenigen für dasselbe Produkt ohne DPP. Dies deutet darauf hin, dass transparente Produktinformationen den wahrgenommenen Wert eines Produktes und die Kaufentscheidung beeinflussen können. Allerdings bleiben Preis und Ästhetik zentrale Einflussfaktoren, sodass ein DPP nachhaltigen Konsum unterstützen, aber nicht automatisch hervorrufen kann (Colasante et al., 2025, S. 9242–9252).
Die Wirkung des DPP ist wesentlich von der Qualität und Aufbereitung der zugrunde liegenden Daten abhängig. Moora et al. zeigen, anhand einer Befragung von Textilherstellern, dass insbesondere die Sammlung und Standardisierung produktbezogener Daten sowie die Überprüfung ihrer Richtigkeit zentrale Herausforderungen darstellen (Moora et al., 2026, S. 1–9).
Gleichzeitig kann eine große Menge komplexer Produkt- und Nachhaltigkeitsinformationen zu einer Informationsüberlastung der Endverbraucher*innen führen. Für die Wirksamkeit des DPP ist daher nicht nur entscheidend, welche Daten verfügbar sind, sondern auch, ob diese verständlich, übersichtlich und nach ihrer Relevanz priorisiert aufbereitet werden (Suzuki-Klasen, 2025, S. 459–460, 465-466).
Digitale Produktpässe können als Instrument der digitalen Transformation die Transparenz von Textil Produkten für Endverbraucher*innen deutlich erhöhen, indem sie bislang fragmentierte Produkt-, Lieferketten-, und Lebenszyklusdaten digital bündeln und zugänglich machen. Informationen zu Herkunft, Materialien, Umweltwirkungen, Reparatur und Recycling können dadurch nachvollziehbarer werden und informiertere sowie potenziell nachhaltigere Konsumentscheidungen unterstützen.
Gleichzeitig können die verbesserte Rückverfolgbarkeit und die Bereitstellung von Lebenszyklusinformationen kreislauforientierte Produktions- und Nutzungsprozesse wie Reparatur, Wiederverwendung und Recycling fördern. Damit können Digitale Produktpässe einen Beitrag zu Ziel 12 der Agenda 2030 (nachhaltiger Konsum und Produktion) leisten.
Die Wirkung eines DPP ist jedoch nicht automatisch gegeben: Sie hängt wesentlich von der Vollständigkeit, Qualität und Überprüfbarkeit der zugrunde liegenden Daten, sowie von einer verständlichen und übersichtlichen Aufbereitung ab. Zudem bleiben Preis und Ästhetik wichtige Einflussfaktoren auf Kaufentscheidungen.
Digitale Produktpässe schaffen somit eine wichtige Informationsgrundlage für nachhaltigeren Konsum, können diesen aber nicht allein gewährleisten.
Colasante, A., D’Adamo, I., Desideri, S., Iannilli, M., & Mangani, V. (2025). Environmental Concerns in the Fashion Industry: A Twin Transition With the Digital Product Passport. Business Strategy and the Environment, 34(7), 9242–9256. https://doi.org/10.1002/bse.70078
Moora, H., Haljasorg, M., Pehme, S., Malik, H. W., & Aus, R. (2026). From Policy to Practice: Challenges of Environmental Data Generation and Digital Product Passport Readiness for Circular Garments Under EU Circular Textile Regulations. Sustainability, 18(14), 7127(1-19). https://doi.org/10.3390/su18147127
Petrik, D., Strobel, G., Schoormann, T., Möller, F., Hoppe-Ludwig, C., & Springer, V. (2026). Digital product passports. Electronic Markets, 36(1), 1–16. https://doi.org/10.1007/s12525-026-00877-0
Suzuki-Klasen, A. K. (2025). The Digital Product Passport under the EU Ecodesign Regulation 2024: Empowerment of the Customer-Consumer on the Road to Sustainability in a Circular Economy or Information Overload? Journal of Law, Market & Innovation, 4(3), 444–469. https://doi.org/10.13135/2785-7867/12831
Zhang, A., & Seuring, S. (2024). Digital product passport for sustainable and circular supply chain management: A structured review of use cases.International Journal of Logistics Research and Applications,27(12), 2513–2540. https://doi.org/10.1080/13675567.2024.2374256
Inwiefern können Digitale Produktpässe als Instrument der digitalen Transformation zu mehr Transparenz für Endverbraucher*innen in der Textilindustrie und zu nachhaltigerem Konsum beitragen?
Die Zielgruppe
Das Problem
Die Relevanz
LEITFRAGE:
Der Bezug zur digitalen Transformation
Die Definition von digitalen Produktpässen
Potenziale für Transparenz und Kreislaufwirtschaft
Einflüsse auf nachhaltige Konsumentscheidungen
Grenzen: Datenqualität und Informationsüberlastung
Antwort auf die Leitfrage
Quellen/Literatur


Prototypischer Umwelt-Score. Die Gewichtung wurde im Rahmen des universitären Medienartefakts entwickelt und stellt keine offizielle Umweltzertifizierung dar.

Die Zielgruppe
Endverbraucher*innen, die beim Kauf eines Kleidungsstückes schnell und verständlich erfahren möchten, wie, wo und unter welchen ökologischen Bedingungen es hergestellt wurde.
Das Problem
Verbraucher*innen können Nachhaltigkeit eines Kleidungsstückes häufig nicht verlässlich beurteilen. Dies liegt an unübersichtlich verteilt oder schwer vergleichbar fehlenden Informationen über Herkunft, Materialien, Umweltwirkungen und den Lebenszyklus.
→ Informationsasymmetrie: Hersteller & Lieferanten verfügen über mehr Infos zum Produkt & seiner Lieferkette als kaufende Person.
Die Relevanz
Fehlende oder schwer verständliche oder nicht vergleichbare Produktinfos erschweren bewusste Konsumentscheidungen und machen es für Verbraucher*innen schwierig, nachhaltigere Produkte von bloßen Nachhaltigkeitsversprechen zu unterscheiden. (https://www.umweltbundesamt.de/themen/produktinformation-40-grundlage-fuer-digitale)
LEITFRAGE
Inwiefern können Digitale Produktpässe als Instrument der digitalen Transformation zu mehr Transparenz für Endverbraucher*innen in der Textilindustrie und zu nachhaltigerem Konsum beitragen?
Der Bezug zur digitalen Transformation
Durch den DPP erhält das physische Kleidungsstück eine digitale Identität bzw. Repräsentation. Lieferketten- & Lebenszyklusdaten werden digital erfasst, strukturiert, miteinander verknüpft und unterschiedlichen Akteuren zugänglich gemacht. Nach Petrik et. al ist der DPP damit nicht nur ein digitales Etikett, sondern ein digitales Artefakt. Es ermöglicht den Datenaustausch über Unternehmens- und Systemgrenzen hinweg. Der Bezug zur digitalen Transformation liegt folglich in der Veränderung bisher fragmentierter Informationsflüsse, Kooperationsprozesse und Entscheidungsgrundlagen entlang des gesamten Produktlebenszyklus (Petrik et al., 2026, S. 1–2, 5). In diesem Prototyp wird die digitale Identität mittels jedem einzelnen Kleidungsstück durch einen individuellen QR-Code zugeordnet. Über diesen kann dann der digitale Produktpass des Jeweiligen aufgerufen werden.
Die Definition von digitalen Produktpässen
Ein digitaler Produktpass ist ein elektronisches Informationsinstrument, das porduktbezogene Daten aus verschiedenen Stufen der Lieferkette und des gesamten Produktlebenszyklus erfasst, verarbeitet und relevanten Akteuren zugänglich macht. Dazu gehören Unternehmen, der Lieferkette, Behörden & Konsument*innen. Durch Infos etwa zu Materialien, Bestandteilen, Emissionen, chemischen Stoffen, Reparierbarkeit, Demonatge und Entsorgung soll der Digitale Produktpass die Rückverfolgbarkeit und Transparenz erhöhen und nachhaltige sowie kreislauforientierte Entscheidungen unterstützen (Zhang & Seuring, 2024, S. 2513–2514). Indem solche Infos auch für Verbraucher*innen zugänglich werden, können digitale Produktpässe dazu beitragen, Informationsasymmetrien zwischen Unternehmen und Endverbraucher*innen zu verringern. Die bloße Bereitstellung von Infos beseitigt die Informationsasymmetrie jedoch nicht automatisch. Entscheidend sind Datenqualität, Verständlichkeit/Vergleichbarkeit und unabhängige Überprüfbarkeit.
Die funktionsweise Digitaler Produktpässe lässt sich mit der DIKW Pyramide verknüpfen. Auf der Datenebene werden produkt- und lebenszyklusbezogene Rohdaten, beispielweise zu Materialien, Emissionen oder der Reparierbarkeit erfasst. Durch Strukturierung und Kontexualisieurng im Digitalen Produkpass werden daraus Informationen. Werden diese von Endverbraucher*innen verstanden und bewertet, können sie zu Wissen über die Nachhaltigkeit eines Kleidungsstückes beitragen. Dieses Wissen kann schließlich als Grundlage für Kauf-, Nutzungs-, Reparatur- oder Recylcingentscheidungen dienen. Der DPP unterstützt somit potenziell den Übergang von verfügbaren Daten zu handlungsrelevantem Wissen. Eine nachhaltige Entscheidung wird dadurch jedoch noch nicht automatisch gewährleistet.
Potenziale für Transparenz und Kreislaufwirtschaft
Digitale Produktpässe bieten das Potenzial, bislang fragmentierte Produkt-, Lieferketten- und Lebenszyklusdaten digital zu bündeln. Dadurch können die Herkunft, Materialzusammensetzung, Produktionsschritte und Umweltwirkungen eines Kleidungsstückes nachvollziehbarer dargestellt und unterschiedlichen Akteuren zugänglich gemacht werden.
Zhang und Seuring zufolge können Digitale Produktpässe den Datenfluss entlang der Lieferkette verbessern, die Rückverfolgbarkeit erhöhen sowie Infos zu Materialien, Emissionen, Reparierbarkeit, Demontage und Entsorgung bereitstellen. Diese Infos können kreislauforientierte Prozesse unterstützen, indem sie beispielsweise die Reparatur, Wiederverwendung und das Recycling von Produkten erleichtern (Zhang & Seuring, 2024, S. 2513–2514, 2516).
Petrik et al. ergänzen, dass der digitale Produktpass das physische Produkt digital repräsentiert und Produktdaten über Organisations- und Systemgrenzen hinweg verfügbar macht (Petrik et al., 2026, S. 1, 5). In unserem Prototyp wird diese Verbindung durch einen individuellen QR-Code hergestellt, der jedes Kleidungsstück mit seinen produktspezifischen Lebenszyklusdaten verknüpft.
Einflüsse auf nachhaltige Konsumentscheidungen
Digitale Produktpässe können nachhaltigere Konsumentscheidungen unterstützen, indem sie Endverbraucher*innen relevante Produkt- und Nachhaltigkeitsinformationen direkt am Point of Sale zugänglich machen. In einer Befragung von 549 Konsument*innen durch Colasante et al. zeigte sich seine hohe Wertschätzung für die durch DPP’s geschaffene Unternehmenstransparenz. Besonders relevant waren Informationen zu Rohstoffen, Zertifizierungen, Energieverbrauch und Emissionen, Entsorgung sowie Produktionsprozessen. Zudem lag die Zahlungsbereitschaft für ein Produkt mit DPP im Durchschnitt bei 17 % über derjenigen für dasselbe Produkt ohne DPP. Dies deutet darauf hin, dass transparente Produktinformationen den wahrgenommenen Wert eines Produktes und die Kaufentscheidung beeinflussen können. Allerdings bleiben Preis und Ästhetik zentrale Einflussfaktoren, sodass ein DPP nachhaltigen Konsum unterstützen, aber nicht automatisch hervorrufen kann (Colasante et al., 2025, S. 9242–9252).
Grenzen: Datenqualität und Informationsüberlastung
Die Wirkung des DPP ist wesentlich von der Qualität und Aufbereitung der zugrunde liegenden Daten abhängig. Moora et al. zeigen, anhand einer Befragung von Textilherstellern, dass insbesondere die Sammlung und Standardisierung produktbezogener Daten sowie die Überprüfung ihrer Richtigkeit zentrale Herausforderungen darstellen (Moora et al., 2026, S. 1–9).
Gleichzeitig kann eine große Menge komplexer Produkt- und Nachhaltigkeitsinformationen zu einer Informationsüberlastung der Endverbraucher*innen führen. Für die Wirksamkeit des DPP ist daher nicht nur entscheidend, welche Daten verfügbar sind, sondern auch, ob diese verständlich, übersichtlich und nach ihrer Relevanz priorisiert aufbereitet werden (Suzuki-Klasen, 2025, S. 459–460, 465-466).
Antwort auf die Leitfrage
Digitale Produktpässe können als Instrument der digitalen Transformation die Transparenz von Textil Produkten für Endverbraucher*innen deutlich erhöhen, indem sie bislang fragmentierte Produkt-, Lieferketten-, und Lebenszyklusdaten digital bündeln und zugänglich machen. Informationen zu Herkunft, Materialien, Umweltwirkungen, Reparatur und Recycling können dadurch nachvollziehbarer werden und informiertere sowie potenziell nachhaltigere Konsumentscheidungen unterstützen.
Gleichzeitig können die verbesserte Rückverfolgbarkeit und die Bereitstellung von Lebenszyklusinformationen kreislauforientierte Produktions- und Nutzungsprozesse wie Reparatur, Wiederverwendung und Recycling fördern. Damit können Digitale Produktpässe einen Beitrag zu Ziel 12 der Agenda 2030 (nachhaltiger Konsum und Produktion) leisten.
Die Wirkung eines DPP ist jedoch nicht automatisch gegeben: Sie hängt wesentlich von der Vollständigkeit, Qualität und Überprüfbarkeit der zugrunde liegenden Daten, sowie von einer verständlichen und übersichtlichen Aufbereitung ab. Zudem bleiben Preis und Ästhetik wichtige Einflussfaktoren auf Kaufentscheidungen.
Digitale Produktpässe schaffen somit eine wichtige Informationsgrundlage für nachhaltigeren Konsum, können diesen aber nicht allein gewährleisten.
Quellen/Literatur
Colasante, A., D’Adamo, I., Desideri, S., Iannilli, M., & Mangani, V. (2025). Environmental Concerns in the Fashion Industry: A Twin Transition With the Digital Product Passport. Business Strategy and the Environment, 34(7), 9242–9256. https://doi.org/10.1002/bse.70078
Moora, H., Haljasorg, M., Pehme, S., Malik, H. W., & Aus, R. (2026). From Policy to Practice: Challenges of Environmental Data Generation and Digital Product Passport Readiness for Circular Garments Under EU Circular Textile Regulations. Sustainability, 18(14), 7127(1-19). https://doi.org/10.3390/su18147127
Petrik, D., Strobel, G., Schoormann, T., Möller, F., Hoppe-Ludwig, C., & Springer, V. (2026). Digital product passports. Electronic Markets, 36(1), 1–16. https://doi.org/10.1007/s12525-026-00877-0
Suzuki-Klasen, A. K. (2025). The Digital Product Passport under the EU Ecodesign Regulation 2024: Empowerment of the Customer-Consumer on the Road to Sustainability in a Circular Economy or Information Overload? Journal of Law, Market & Innovation, 4(3), 444–469. https://doi.org/10.13135/2785-7867/12831
Zhang, A., & Seuring, S. (2024). Digital product passport for sustainable and circular supply chain management: A structured review of use cases.International Journal of Logistics Research and Applications,27(12), 2513–2540. https://doi.org/10.1080/13675567.2024.2374256
Prototypischer Umwelt-Score. Die Gewichtung wurde im Rahmen des universitären Medienartefakts entwickelt und stellt keine offizielle Umweltzertifizierung dar.